LOTUS Elise 220R by KOMO-TEC (German)

LOTUS Elise 220R by KOMO-TEC (German)

Die Radaufhängungen aus dem Formelrennsport mit doppelten Querlenkern vorne und hinten, der tiefe Schwerpunkt, das aerodynamische Konzept mit einem ebenen Unterboden und anschließendem Diffusor vor allem aber das niedrige Gewicht und dessen Verteilung auf Vorder- und Hinterachse verleihen der Elise eine Agilität und ein Handling, das nur von wenigen straßenzugelassenen Sportwagen erreicht werden dürfte.

Lediglich der aus der Großserie stammende Rover K-Motor mit einer nominellen Leistung von 122 PS in der Basisversion und 158 PS in der VVC-Variante will nicht so richtig zu dem sportlichen Auftritt der Elise passen.
KOMO-TEC entwickelte daher drei Leistungspakete mit 150,170 und 190 PS die alle über eine TÜV-Freigabe verfügen und der Elise zu einer Leistung verhelfen die dem exzellenten Fahrwerk angemessen ist.
Wesentliches Entwicklungsziel waren dabei Alltagstauglichkeit und Lebensdauer der leistungsoptimierten Triebwerke.
Dass diese Vorgabe erreicht wurde belegen die vielen KOMO-TEC Elisen die Laufleistungen zwischen 50 100.000 Kilometern hinter sich haben.

Die Entwicklung der Rennntriebwerke zeigte jedoch die konstruktiven Grenzen des Rover K-Motors und des kompletten Antriebsstrangs deutlich auf.
Ursprünglich als 1400 ccm Motor konzipiert standen geringes Gewicht, Emissionsverhalten und Verbrauch, Alltagstauglichkeit und nicht zuletzt niedrige Produktionskosten in der Großserie im Vordergrund der Entwicklung.
Das komplett aus Aluminium gefertigte Triebwerk mit nassen Laufbüchsen besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Zylinderkopf, dem Zylinderblock und dem Hauptlagergehäuse die durch lange Zugbolzen zusammengespannt werden.

Diese äußerst leichte technische Konfiguration führt jedoch zu starken dynamischen Deformationen der Laufbüchsen und der Hauptlagergasse falls Leistungen von über 200PS und Drehzahlen jenseits der 9.000 U/min Marke realisiert werden sollen.
Um Rennmotoren mit standfesten, echten 225 PS darzustellen musste KOMO-TEC einen erheblichen technischen Aufwand betreiben.

Eine geschmiedete Kurbelwelle aus EN40, geschmiedete Kastenkolben und
Pleuel mit H-Profil, dickere Zugbolzen aus einem exotischen Stahl mit einer Zugfestigkeit von über 1500N/mm und eine eigens entwickelte Trockensumpfschmierung sind nur einige der erforderlichen Maßnahmen zur Beherrschung von Leistungen im Bereich von 220PS.
Verstärkte Getrieberäder mit kürzeren Übersetzungssprüngen, geradverzahnte Sechsganggetriebe, geänderte Antriebswellen und erheblich stärker dimensionierte Gleichlaufgelenke sind weitere kostenintensive - aber notwendige - Schritte im Bereich des Antriebsstrangs.

Der Weg zur ultimativen Elise konnte daher nur über ein völlig neues Konzept von Motor und Antriebsstrang führen.

Das Lastenheft des Projekts KOMO-TEC Elise 220R umfasste daher folgende Forderungen:

  • Serientriebwerk mit mindestens 220 PS
  • Hohe Drehzahlreserven
  • Flache Drehmomentkurve und gute Fahrbarkeit im gesamten Drehzahlbereich
  • Kurz übersetztes Getriebe mit vorzugsweise 6 Gängen und Differentialsperre
  • Quereinbau und geringes Gewicht der Antriebseinheit
  • Und last but not least:
    Verfügbarkeit und überschaubare Kosten

Diese Bedingungen schlossen folgende Konzepte aus:

  • Längseingebaute 6-und 8 Zylinder Monster Triebwerke mit hohem Gewicht und signifikant negativem Einfluss auf Achslastverteilung und Straßenlage.
  • Aufgeladene Turbo-, Kompressor- oder Dieselmotore, da deren systemimmanente Leistungscharakteristik im Widerspruch zu der Forderung nach Agilität und spontaner Drehzahlentfaltung steht.

Mit dem zusätzlichen soft-Kriterium, nach einem Hersteller der zum typischen LOTUS - Image passt, reduzierte sich das verfügbare Angebot auf einige wenige Triebwerke.
Der 2l-Vierventil Motor des Honda Civic Type R erfüllt in nahezu idealer Weise die Forderungen des KOMO-TEC Lastenhefts.

Das mit 86 mm Hub und 86 mm Bohrung quadratisch ausgelegte Triebwerk leistet 11,0:1 verdichtet 200 PS bei 7.400 U/min und erreicht ein maximales Drehmoment von 196 Nm bei 5900 U/min.
Ausführliche Recherchen führten uns auf die Spur des Honda Civic Type R in der domestic Version für Japan.
Dieser Motor ist höher verdichtet, verfügt über geschmiedete Kolben, schärfere Nockenwellen und leistet mit einem angepassten Kennfeld des elektronischen Steuergeräts 220 PS.
Als besondere Attraktion bietet diese Antriebseinheit ein 6-Gang Getriebe mit enger Abstufung, eine kürzere Gesamtübersetzung und ein Sperrdifferential.

Die gesamte Einheit wiegt lediglich 28,2 kg mehr als das Rover Triebwerk und kann durch die andere Lage des Auspuffsystems noch näher zum Fahrzeugmittelpunkt gerückt werden.
Damit bleibt die prozentuale Achslastverteilung gegenüber der Serienauslegung unverändert.

Eine Computersimulation der zu erwartenden Fahrleistungen ergab Beschleunigungs- und Elastizitätswertewerte im Bereich eines Porsche GT3. Im Einzelnen wurden folgende Werte errechnet:

  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 4,4 sek.
  • Beschleunigung von 0 auf 160 km/h: 10,5 sek.
  • Vmax 255 km/h

Die zwischenzeitlich fertig gestellten Elise 220R haben diese kalkulierten Annahmen weitgehend bestätigt.

Die Transplantation des Honda Triebwerks in die Lotus Elise umfasst umfangreiche flankierende Maßnahmen.
Das Ansaugsystem wird modifiziert, eine abgestimmte 4 in 1 Auspuffanlage mit zugehörigem Edelstahlschalldämpfer wird installiert, die i-VTEC wird den veränderten Einsatzbedingungen angepasst und ein frei programmierbares Steuergerät wird mit einem individuell abgestimmten
Kennfeld ausgestattet.

Verstärkte Antriebswellen und Gleichlaufgelenke aus dem Rennsport werden montiert.

Der Umbau einer Lotus Elise Mk1 oder Mk2 in eine Elise 220R beinhaltet außerdem eine neue Stack Instrumentierung mit der Anzeige- und Aufzeichnungsfunktion für die Maximalwerte von Drehzahl, Öl- und Wassertemperatur, Öl- und Benzindruck und die optische Information der Schaltdrehzahl.
Neue Federn mit geänderter Kennung und eine modifizierte Hinterachsgeometrie passen das Fahrwerk den deutlich gestiegenen Fahrleistungen an.

 


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